Interview: Warum aus Dong Energy Ørsted wurde

Iris Franco Fratini, Leiterin Kommunikation bei Ørsted, erklärt, was es mit dem neuen Namen auf sich hat. (Foto: Ørsted)

Iris Franco Fratini, Leiterin Kommunikation bei Ørsted, erklärt, was es mit dem neuen Namen auf sich hat.  Foto: Ørsted)
15.12.2017

Eine außerordentliche Hauptversammlung gab Ende letzten Jahres grünes Licht für eine Namensänderung: Aus Dong Energy wurde Ørsted(link is external). Der neue Name dürfte vielen Nicht-Dänen kaum geläufig sein. Hans Christian Ørsted (1777 – 1851) war ein dänischer Physiker, Chemiker, Astronom und Naturphilosoph. Er gilt als Mitbegründer der Elektrizitätslehre. 1820, andere Quellen nennen 1819, entdeckte er die magnetische Wirkung des elektrischen Stroms. Er beobachtete die Ablenkung einer Kompassnadel, als Strom durch einen Draht floss, der parallel zur Kompassnadel verlief. 1829 gründete er die Dänische Gesellschaft zur Verbreitung der Naturlehre.  

Der ursprüngliche Name Dong entstand dagegen aus dem Zusammenschluss von mehreren kleineren, dänischen Energieversorgern und umriss in der Abkürzung das Geschäftsmodell – Danish Oil and Natural Gas. Spätestens 2016 stimmte der Name nicht mehr. Da entschied das Unternehmen, die Öl- und Gas-Upstream-Geschäftssparte zu verkaufen. Mit dem Vollzog dieses Deals war der Namenswechsel überfällig. SWW sprach mit der Leiterin Kommunikation Iris Franco Fratini über den Wechsel des Namens und des öffentlichen Auftritts.  

SWW: FRAU FRANCO FRATINI, DONG IST EINE CHINESISCHE VOLKSGRUPPE, DONG HEISST DIE VIETNAMESISCHE WÄHRUNG, DONG IST DER NAME EINES METAL-FESTIVALS AM RHEIN UND DIE MEISTEN LEUTE VERBINDEN MIT DEM NAMEN DONG SO ETWAS WIE EINE KOREANISCHE AUTOMARKE: WURDE ES DESHALB ZEIT FÜR EINEN NEUEN NAMEN

Iris Franco Fratini: Ja genau, das ist auch der Grund, weshalb wir das jetzt auch durchgeführt haben. Vor zehn Jahren haben wir bewusst den Strategiewechsel eingeleitet, weg von den konventionellen hin zu den erneuerbaren Energien. Der letzte Baustein war die Trennung von der Öl- und Gassparte kombiniert mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahre 2023. Jetzt können wir auch transparent nach außen diesen Wechsel dokumentieren.

SWW: DER NEUE NAME IST ØRSTED, EIN DÄNISCHER WISSENSCHAFTLER DES 19. JAHRHUNDERTS. IST EINE SOLCHE VEREINNAHMUNG ÜBERHAUPT ERLAUBT?

Franco Fratini: Ja, wir haben eine Vielzahl von Namen analysiert, in persönlichkeitsrechtlicher Hinsicht, in sonstiger juristischer Hinsicht und so weiter. Wir haben auch den Namen Ørsted untersucht. Sogar mit Nachfahren von ihm haben wir gesprochen. Die hatten nichts dagegen.

SWW: WARUM ØRSTED?

Franco Fratini: Für uns war wichtig, dass wir den Namen mit einer Geschichte unterlegen konnten. Was wir bei dem Namen Ørsted so spannend fanden, war, dass dieser Mensch nicht nur Physiker, sondern eine Art dänischer Alexander von Humboldt war. Er hat in vielen Naturwissenschaften geforscht und hat in der Linguistik gearbeitet. Ørsted war eine Art Pionier und da haben wir gesagt: Das passt.

SWW: DAS SEHE ICH NOCH NICHT. WAS HAT EIN PHYSIKER DES 19. JAHRHUNDERTS MIT DER ENERGIEWENDE ZU SCHAFFEN?

Franco Fratini: Es gibt zwei Aspekte. Einerseits ist es dieses Pionierhafte, die Leidenschaft, etwas verändern zu wollen. Und das Zweite ist es die Eigenschaft, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Vor zehn Jahren haben wir uns den erneuerbaren Energien zugewandt. Da hielten andere Energieversorger noch lange am Status quo fest. Wir sehen uns selber als Pioniere. Da sehen wir eine Verbindung von Ørsted und uns.

Das Gespräch führte Jörn Iken 

Quelle

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